G e l e i t w o r t

 

Du bist Europa!

Eine Botschaft, die wir aufgenommen haben. Für die Mitte Berlins, den Schlossplatz, liegt hier ein Beitrag in europäischer Denkweise vor. Sollten wir Ihren Nerv getroffen haben, dann verwenden Sie unsere Gedanken. Sie dürfen weiter getragen werden und müssen Früchte treiben. Ohne vielfältige Diskussionen und Auseinandersetzungen in Fachgremien und mit am Thema interessierten Freunden, sowie Korrespondenzen mit zunächst unbekannten Dienststellen und in Fortsetzung unserer ersten Konzeption im Jahr 2004 wäre diese Dokumentation so nicht entstanden.

 

„ ... Mit Interesse habe ich Ihre Überlegungen zur Errichtung eines EUROPEUM auf dem Berliner Schloss-platz studiert. Das Projekt scheint mir mehr als ambitioniert zu sein und ich wünsche ihm gutes Gelingen.“ schrieb uns am 23.06.2004 Frau Professor Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.

 

Herr Dipl.-Ing. Peter Conradi war als Präsident der Bundesarchitektenkammer Mitglied der Expertenkommission ‚Historische Mitte Berlins’. Sein Minderheitsvotum vom 07.03.2002 wurde durch die Expertenkommission nicht veröffentlicht.

 

„Abweichende Meinung des Kommissionsmitgliedes Peter Conradi zu den Empfehlungen der internationalen Expertenkommission ‚Historische Mitte Berlins’

... Gesamtwertung

Für die vorgeschlagene Nutzung des Berliner Schlossplatzareals in der Tradition der städtischen Volks- und Kulturhäuser ist an diesem bedeutenden Platz in der deutschen Hauptstadt eine mutige, in die Zukunft weisende städtebauliche und architektonische Gestalt notwendig.“

 

Peter Conradi schließt seinen Brief vom 08.07.2004 mit den Worten

„ ... Es ist gut, wenn die Zukunft des Berliner Schlossplatzes weiter in der Diskussion bleibt. Ich freue mich, dass Sie dazu beitragen.“

 

Die Bayrische Staatskanzlei brachte uns am  07.07.2004 ihre Aufgeschlossenheit entgegen:

„ ... Die architektonische und funktionelle Neuordnung des Schlossplatzes in Berlin ist sicherlich eine der herausforderndsten Bauaufgaben in der historischen Mitte der deutschen Hauptstadt. Es hat hierzu in den vergangenen 15 Jahren bereits eine Vielzahl von unterschiedlichen Vorschlägen, Vorstellungen und Modellen gegeben. Die Errichtung einer Europaakademie auf dem Schlossplatz als Symbol der Einigung der Länder Europas ist dabei ein neuer, interessanter und bedenkenswerter Vorschlag.“

 

Die Arbeit an der Dokumentation zum EUROPEUM wurde vom Architekturtheoretiker Herrn Dr. Bruno Flierl begleitet. Er war auch Mitglied der internationalen Expertenkommission ‚Historische Mitte Berlins’.

 

Viele durch uns angeschriebene Zeitgenossen haben auf das erste Ideenkonzept von 2004 geantwortet, uns ermutigt, uns aber auch mit den Realitäten konfrontiert. Allen unseren Dank!

 

Gunther Derdau, Dipl.-Designer Architekt

Dieter Bankert, Dipl.-Ing. Architekt BDA

Steffen Böttcher, Dipl.-Ing. Architekt

Anne-Barbara Sommer, Dipl.-Ing. Architektin

 

Bruno Flierl

Gedanken zum Projekt „EUROPEUM“

 

Die historisch anstehende Neuaneignung des Areals Mitte Spreeinsel in Berlin, an dem das Schloss der preußischen Könige und deutschen Kaiser vor seiner Zerstörung durch Krieg und Abriss einst stand und der von der DDR errichtete Palast der Republik gerade abgerissen wird, hat notwendigerweise mit der Suche nach einer neuen Sinnstiftung zu beginnen, die praktisch und symbolisch in die Zukunft orientieren sollte: auf die Vollendung der inneren Vereinigung Deutschlands in den fortschreitenden Prozessen der Europäisierung und Globalisierung.

 

Diese Aufgabe ist bislang nicht gelöst worden. Statt dessen wurde die Replik des Bildes vom ehemaligen Berliner Schloss aus der deutschen Vorvergangenheit gegen das bauliche Bild der DDR-Vergangenheit an diesem Ort beschworen, quasi als Erlösung von den Übeln jüngster deutscher Geschichte – und dies mit beispielloser Rhetorik der Medien und der Politik.

 

Für ein neues Gebäude im Bild des alten Schlosses gibt es jedoch seit Jahren schon keinerlei reale Voraussetzungen, keine machbare Baukonzeption: weder für die Nutzung noch für die Finanzierung, ja, es gibt nicht einmal einen Bauherren, der weiß, was er will und was er kann. Vergeblich wartet die Öffentlichkeit darauf zu erfahren, was denn das hinter den Schlossfassaden geplante Humboldt-Forum – ein mixtum compositum aus Museen und Bibliothek – eigentlich sein soll, vor allem: wie öffentlich und wie privat es sein wird.

 

Da kommt das Projekt „EUROPEUM“ gerade zur rechten Zeit. Es ist zu aller erst als eine Provokation aufzufassen darüber öffentlich neu nachzudenken, was am Ort Mitte Spreeinsel in Berlin mit dem Blick in die Zukunft tatsächlich Sinn macht: Europa und die Welt und darin ein neu vereintes Deutschland.

 

Berlin, den 18. Mai 2006

Stadtmodell: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin - Einfügung des EUROPEUMS Architekten EUROPEUM Berlin